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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

66 Urethritis durch Mycoplasma hominis und Neiserria gonorrhoe im Rahmen eines Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) bei HIV-positivem Patienten

Last Updated: 19-05-2014

Fuchs W, Brockmeyer NH, Altmeyer P; Bochum
vorgestellt als Dia-Klinik, DDG KOMPAKT, Hamburg 2014

DOI
10.1111/ddg.12304

Synonyme, Schlüsselwörter und verwandte Bezeichnungen

UrethritisHIV Infektionssyndrom akut, Immunrekonstitutionssyndrom

Einführung

Die in zeitlichem Zusammenhang stehende Verschlechterung von inflammatorischen oder infektiösen Erkrankungen nach Einleitung einer hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) bei HIV-Infektion ist ein gut dokumentiertes Phänomen und als Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) definiert. In der Literatur finden sich sowohl Fallberichte über klassische IRIS-Symptome mit Infektionen durch opportunistische Krankheitserreger (zum Beispiel: Cytomegalie-Virus, Mykobakterien, Kryptokokken) als auch seltene Infektionen wie etwa Leishmaniosen oder Hepatitis-Infektionen. Eine Publikation zur Reaktivierung von klassischen sexuell übertragbaren Erkrankungen durch Neisseria gonorrhoeae oder Mycoplasma hominis gibt es unseres Wissens nicht.

Fallbericht

Wir präsentieren den Fall einer durch Neisseria gonorrhoe und Mycoplasma hominis ausgelösten Urethritis im Rahmen eines Immunrekonstitutionssyndromes bei HIV-infiziertem Patienten. Nach HIV-Diagnosestellung und Einleitung einer antiretroviralen Therapie bei ausgeprägter Immundefizienz war es nach fünf Wochen zu urethralem Ausfluss, Dysurie und Schmerzen in Urethra und am Ostium urethrae gekommen. Die in den Wochen zuvor durchgeführten mikrobiologsichen Untersuchungen des Harn im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthaltes waren stets ohne anzüchtbarem Keim oder Leukozyturie. Die Diagnosestellung erfolgte mittels Polymerase Kettenreaktion (NAAT). Nach leiliniengerechter Therapie sistierte die Symptomatik sofort. Anamnestisch war der Patient Jahre zuvor an einer Gonorrhoe erkrankt. Eine frisch akquirierte Infektion ist aufgrund der damaligen Schwere der Erkrankung quasi ausgeschlossen.

Diskussion

Die asymptomatische Persistenz von Krankheitserregern v. a. von Mycoplasma hominis ist gut dokumentiert. Eine asymptomatische Persistenz von N. gonorrhoe – einem Bakterium mit einer Generationszeit von 20 Minuten – ist nur in 5-10 % bei Männern beschrieben und stellt im klinischen Alltag eher eine Seltenheit dar. Der vorliegende Fall verdeutlicht abermalig die Rolle der CD4-positiven Lymphozyten bei der Erkennung und Elimination von antigentragenden Strukturen und der Konsequenzen bei erworbener Immunschwäche.

 

 

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