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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

65 Rosacea ophthalmica

Last Updated: 19-05-2014

Potz-Biedermann C; Tübingen
vorgestellt als Dia-Klinik, DDG KOMPAKT, Hamburg 2014

DOI
10.1111/ddg.12304

Synonyme, Schlüsselwörter und verwandte Bezeichnungen

Rosacea ophthalmica

Abstrakt

Rosazea ist eine Erkrankung, die ungefähr 10 % der Allgemeinbevölkerung betrifft. In der Regel entwickeln sich auf einem persistierendem Erythem mit Teleangiektasien Papeln und Pusteln, teilweise Fibrose und Talgdrüsenhyperplasien. Eine Augenbeteiligung, die sogenannte Rosacea ophthalmica, tritt bei circa 30-50 % der Patienten in Form einer Blepharitis und Keratitis auf. Symptome sind Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit, aber auch verstärktes Tränen der Augen.
Gerade bei Kindern sind schwere Verläufe mit starker Sehbeeinträchtigung nicht selten. Meist werden die Augenentzündungen nicht der Rosazea zugeordnet, was die Einleitung einer antientzündlichen Therapie verzögert. Bei therapierefraktären Augenerkrankungen bei Kindern muss an eine kindliche Ophtalmorosazea gedacht werden.
Aufgrund eines meist fehlenden oder nur diskret ausgeprägten Hautbefundes und der geringen Prävalenz der Rosazea im Kindesalter wird die Diagnose okuläre Rosazea in dieser Altersgruppe zu selten gestellt. Diagnostik und Therapie erfordern die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Dermatologen und Ophthalmologen. Nach Diagnosestellung ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung eine topische oder kombiniert topische und systemische antibiotische Therapie notwendig. Nach Einleitung einer Therapie mit Doxyzyklin 50 mg 2x tgl. kann bei stabilem Befund die Dosierung auf 40 mg 1x tgl. reduziert werden. Diese Dosierung ist gezielt antiinflammotorisch wirksam, weist deutlich weniger Nebenwirkungen auf und eignet sich damit als Langzeittherapie der Rosazea im Kindesalter.

Fazit: Bei therapierefraktären Augenerkrankungen bei Kindern muss an eine kindliche Ophtalmorosazea gedacht werden. Sie erfordert sowohl eine sofortige topische als auch systemische Behandlung mit einem antiinflammatorisch wirksamen Antibiotikum, um langfristige Schäden am Auge zu vermeiden.

 

 

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