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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

58 Beidseitige Gonoblennorrhoea adultorum bei subklinischer Gonorrhoe

Last Updated: 05-05-2014

Pallouras C, Krönke A, Bühler B, Rasokat H; Köln
vorgestellt als Dia-Klinik, DDG KOMPAKT, Hamburg 2014

DOI
10.1111/ddg.12304

Synonyme, Schlüsselwörter und verwandte Bezeichnungen

Gonorrhoe

Einführung

Gonorrhoe ist eine häufige Geschlechtskrankheit mit einer Inzidenz von 10,4/105 Einwohner in Europa (2010) [1]. Gonoblennorrhoea adultorum ist heutzutage in westeuropäischen Ländern extrem selten; laut einer retrospektiven irischen Studie sind im hiesigen Krankenhaus innerhalb von 4 Jahren nur 2 Fälle mit Gonoblennorrrhoea adultorum festgestellt [2]. Die Infektion des Auges erfolgt häufig als Schmierinfektion über kontaminierte Hände oder als direkte Inokulation von Ejakulat. Richtliniengemäß muss mit dem Auftreten multiresistenter Erreger gerechnet werden.

Anamnese

Ein 24-jähriger, heterosexueller Patient stellte sich mit seit 5 Tagen bestehender, schmerzhafter periorbitaler Schwellung, Photophobie und begleitender gelblicher Dakryorrhoe (rechts > links) in unserer Ambulanz vor. Am Tag zuvor stellte er sich in der Augenklinik vor und erhielt bei Verdacht auf eine bakterielle Konjunktivitis Amoclav® p.o. und Floxal® Augensalbe.
Anamnestisch ergab sich, dass er seit 10 Tagen leichte Algurie, Dysurie mit minimalem urethralen Ausfluss nach ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer weiblichen Bekanntschaft habe. Im Verlauf kam es zu einer progressiven Rötung initial des rechten, später auch des linken Auges.

Untersuchungsgang

Wir entnahmen Abstriche aus Urethra und Konjunktiven. Im Direktpräparat von der rechten Konjuktiva zeigten sich zahlreiche polymorphkernige Leukozyten. In der Kultur waren Gonokokken nicht anzüchtbar. Die PCR war sowohl im Konjunktival- als auch im Urethralabstrich positiv für Gonokokken und negativ für Chlamydien. Lues-Serologie und HIV-Test waren negativ.

Therapie

Allgemein

Entsprechend der aktuellen Richtlinie der Deutschen STI-Gesellschaft wurden die Einmalgabe 1,5 g Azithromicyn p.o. und täglich 2 g Ceftriaxon i.v. eingeleitet. Nach Ausschluss eines Hornhautulkus erhielt er Floxal® AS und Aziter AT® . Der Befund zeigte sich innerhalb von 7 Tagen unter der kombinierten Therapie zeitgerecht gebessert.

Diskussion

Obwohl selten, sollte mit dieser Komplikation jederzeit gerechnet werden. Die Gonoblennorrhoe gilt als Notfall, bei dem eine rasch einsetzende leitliniengerechte Therapie besonders wichtig ist, um die als weitere Komplikation drohende Erblindung des betroffenen Auges zu verhindern.

Literatur

1 European Centre of Disease Prevention and Control. Sexually transmitted infections in Europe. 1990-2010, Stockholm: ECDC: 2012.
2 Quirke M et al. Recent trends in chlamydial and gonococcal conjunctivitis among neonates and adults in an Irish hospital, International Journal of Infectious Diseases, July 2008.

 

 

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