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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

55 8%iges Capsaicin-Pflaster – eine neue Behandlungsmöglichkeit bei brachioradialem Pruritus

Last Updated: 30-04-2014

Zeidler C, Lüling HJ, Schedel F, Luger TA, Ständer S, Münster
vorgestellt als Dia-Klinik, DDG KOMPAKT, Hamburg 2014

DOI
10.1111/ddg.12304

Synonyme, Schlüsselwörter und verwandte Bezeichnungen

Pruritus, Prurigo, Pruritus brachioradial, BRP

Einführung

Brachioradialer Pruritus (BRP) ist klassischerweise ein an den dorsolateralen Unterarmen lokalisierter neuropathischer Pruritus. Aktuelle Therapieempfehlungen beschränken sich auf eine Therapie mit Neuroleptika wie Gabapentin oder Pregabalin. Das capsaicinhaltige Pflaster wurde für die Behandlung von peripheren neuropathischen Beschwerden entwickelt.

Patienten

16 Patienten BRP (3 m, 13 f, 60,5 Jahre [+/-7,1]) mit BRP seit durchschnittlich 90,7 Monaten (SD +/-60,3) wurden mit einem 8%-haltigem Capsaicin-Pflaster behandelt.

Methoden

Biopsien aus läsionaler und nicht läsionaler Haut wurden vor und nach Therapie entnommen, die intraepidermale Nervenfaserdichte und der Capsaicin-Rezeptor TRPV1 bestimmt. Der "Dermatology Life Quality Index" Fragebogen (DLQI), der "Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS)" wurden vor und nach Therapie ausgefüllt. Die Intensität des Pruritus und der Schmerzen wurde durch die visuelle Analogskala (VAS) von 0 bis 10 erhoben. Das Pflaster wurde einmalig für 60 Minuten appliziert.

Ergebnisse

Alle Patienten zeigten ein gutes Ansprechen. Es zeigte sich eine Reduktion der Intensität des Pruritus von 5,8 VAS Punkte (SD +/-2,3) auf 1,1 Punkte VAS (SD +/-1,1) (p <0,001) und der Schmerzen von 4,2 VAS Punkte (SD +/-3,3) auf 0,8 VAS Punkte (SD +/-1,0) (p <0,001). Eine Verbesserung der Lebensqualität wurde anhand des DLQI erhoben (p <0,05). Die Werte für HADS-A und HADS-D verringerten sich. Nach Anwendung reduzierte sich die intraepidermale Nervenfaserdichte, im Gegensatz dazu zeigte sich eine Vermehrung des Capsaicin-Rezeptors TRPV1 in läsionaler Haut (p <0,005). Milde, meist lokalisierte, selbstlimitierende Nebenwirkungen wurden beobachtet.

Fazit

Die hohe Ansprechrate verspricht eine neuartige, effektive Therapie des BRP.

 

 

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