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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

2.25   Melanom, invasiv

Last Updated: 19-11-2013

Definition

Maligne melanozytäre Neoplasie mit dermalen/subkutanen Anteilen

Histologische Kriterien

  • Unscharfe Begrenzung und asymmetrischer Aufbau (Zellverteilung, Pigmentierung)
  • Epidermis atroph ("consumption phenomenon"), Erosionen/Ulzerationen möglich, Reteleisten unregelmäßig
  • Melanozyten atypisch, Kerne pleomorph, teils bläschenförmig mit prominenten Nukleolen oder intrazytoplasmatischen Kerneinschlüssen, Zytoplasma breit und hell, unterschiedlich pigmentiert, nicht kohäsiv
  • In allen Epidermisschichten einzeln liegende Melanozyten (schrotschussartiges, pagetoides Bild), ungleichmäßige Abstände zwischen den Melanozyten, über weite Strecken mehr solitäre Melanozyten als Nester
  • Abschnittsweise Aggregation von Melanozyten zu irregulären Nestern (ungleiche Abstände, Konfluenz, Variation in Form und Größe der Nester)
  • In den dermalen Abschnitten keine Ausreifung der Melanozyten und der Nester
  • Keine Abnahme des Pigmentgehaltes zur Tiefe
  • Mitosen an der Tumorbasis
  • Streckenweise diffuses Wachstum von Melanozyten ohne Nester ("sheets")
  • Nachweis von Plasmazellen
  • Zeichen der Regression (lymphozytäre Infiltrate mit Melanophagen, Fibroplasie, einsprossende Gefäße, Verbreiterung des Papillarkörpers)

 

Klassifizierung

Superfiziell spreitendes Melanom, noduläres Melanom, Lentigo-maligna Melanom, akral-lentiginöses Melanom: Die Unterteilung mag klinisch sinnvoll sein, histopathologisch ist sie jedoch schlecht definiert und von keiner prognostischen Bedeutung.

Prognostisch wichtige Faktoren (müssen im Histobefund angeführt werden)

Tumordicke nach Breslow, Clark Level, mögliche Ulzeration und/oder Regression, Gefäßinvasion, Mikrosatelliten, Mitoserate pro mm2 (hotspot) bei low risk Melanom (<1 mm Breslow), Mindestabstand zum Exzisionsrand

Varianten

Melanom assoziiert mit melanozytären Naevus: es gelten alle genannten Kriterien, die Dickenbestimmung des Melanomanteiles kann aber schwierig sein
Naevoides Melanom: kleine, hyperchromatische Melanozyten in Nestern, die dermal nicht ausreifen, intraepidermale nur fokal pagetoide Ausbreitung
Spitzoides Melanom: Silhouette eines Naevus Spitz, aber fehlende Ausreifung, "sheets", Mitosen an der Basis, aktinische Elastose
Desmoplastisches Melanom: Faszikel spindeliger atypischer Melanozyten mit fibrosiertem Bindgewebe, Neurotropismus, Clue: Epidermis mit "Melanoma in-situ Anteil", dermal fleckförmige lymphozytäre Infiltrate
Melanom, Melanophagen-Typ: dichte, diffuse Ansammlung von Melanophagen in der Dermis, dazwischen große, hyperpigmentierte atypische Melanozyten, ähnliche Melanome wurden bei Tieren, insbesondere den Lippizanern beobachtet ("animal type" Melanoma)

Differenzialdiagnose

(umfasst alle Melanomsimulatoren)
Melanozytärer Naevus vom combined Typ: gleichzeitiges Vorkommen von zwei- oder mehreren Naevustypen oder unterschiedlichen Zellpopulationen
Melanozytärer Naevus des Neugeborenen: intraepidermal pagetoide Melanozyten
Melanozytärer Naevus mit proliferierenden Knoten: dermal umschrieben in einem kongenitalen Naevus knotige Proliferation großer, pigmentierter Melanozyten
Halo-Naevi: dichte bandförmige lymphozytäre Infiltrate im Papillarkörper mit Regression
Naevi an bestimmten Lokalisationen (Palmoplantar-, Anogenitalbereich, Ohr, Mamille, Nabel, Knie): intraepidermal aufsteigende Melanozyten, irreguläre Nester
Naevus Spitz
Deep penetrating Naevus, atypisch blauer Naevus
Rezidivnaevi nach unvollständiger Exzision
Melanozytäre Naevi in Narben, Lichen sklerosus et atrophicus, Epidermolysen
Melanozytäre Naevi nach UV-Bestrahlung oder Traumen
Melanozytäre Hyperplasie in lichtgeschädigter Haut

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