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  • Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene

7 Infiltrate einer kutanen CD30+ lymphoproliferativen Erkrankung oder ein CD30+ Pseudolymphom?

Last Updated: 08-04-2014

Christina Mitteldorf, Hildesheim, Kaune KM, Bertsch HP
2008 für Dermatologie und Venerologie, Universität Göttingen
christina.mitteldorf@klinikum-hildesheim.de

ADH 2008 Fall 6 b

DOI

Anamnese/Klinik

Die 15-jährige Patientin leidet seit mehreren Monaten unter rezidivierenden nodulären Hautveränderungen mit spontaner Rückbildung und narbiger Abheilung an den Oberschenkelinnenseiten. Die Zuweisungsdiagnose lautete "klinisch und histologisch gesicherte" Lymphomatoide Papulose.
Klinischer Befund: Kleiner exulzerierter Knoten am medialen Oberschenkel rechts. Mehrere kleine blass-livide Närbchen an den Oberschenkelinnenseiten beidseits. Keine vergrößerten Lymphknoten palpabel, keine B-Symptomatik.

Diagnose

Infiltrate einer kutanen CD30+ lymphoproliferativen Erkrankung oder ein CD30+ Pseudolymphom?

Immunphänotyp

Kleine zytomorphologisch unauffällige Lymphozyten (CD3, überwiegend CD8, teils CD4). Daneben eingestreute mittelgroße meist pleomorphe CD30 lymphozytäre Zellen, keine Clusterbildung. Kleinere Grüppchen CD20 positiver B-Lymphozyten im Randbereich des Infiltrats.

Genotypisierung

Wurde nicht durchgeführt.

Kommentar

Das primär kutane anaplastische großzellige Lymphom zeigt ein diffuses pandermales Infiltrat pleomorpher oder anaplastischer CD30 positiver Lymphozyten. Das Fehlen der ALK- und EMA-Expression spricht für ein primär kutanes Lymphom, dennoch muss ein sekundär Hautbefall ausgeschlossen werden. Differenzialdiagnostisch sind in erster Linie eine LyP Typ C und eine transformierte Mycosis fungoides/Sézary-Syndrom abzugrenzen. Anamnese und Klinik sind hier entscheidend.
Bei der LyP lassen sich histologisch drei Typen unterscheiden (A-C). Die LyP Typ C lässt sich vor allem klinisch sowie durch eine oft vorhandene TRAF1-Expression von einem anaplastischen großzelligen Lymphom abgrenzen.
Entzündliche Infiltrate multipler, häufig erregerbedingter Dermatosen (z. B. Molluscum contagiosum, Scabies) können ein CD30+ Lymphom klinisch und histologisch imitieren (CD30+ Pseudolymphom). Bei fehlendem Nachweis des Auslösers derartiger reaktiver entzündlicher Infiltrate ist die Abgrenzung zu einem Lymphom äußerst schwierig.

Tab. 1: Differenzialdiagnostische Kriterien.
 CD30+ PSLCD30+ LPD
Phänotyp CD30+ ZellenKlein bis mittelgroßGroß, anaplastisch oder pleomorph
InfiltratWeniger dicht, einzeln liegendDichter, Cluster
Klonalitätsanalyse (TCR)In der Regel polyklonalHäufig monoklonal
PSL: Pseudolymphom, LPD: Lymphoproliferative Erkrankung

 

Literatur

Kempf W. CD30 positive lymphoproliferative disorders – histopathology, differential diagnosis, new variants and simulators. J Cutan Pathol 2006; 33(Suppl.1): 58-70.
Assaf C, Hirsch B, Wagner F et al. Differential expression of TRAF1 aids in the distinction of cutaneous CD30-positive lymphoproliferations. J Invest Dermatol 2007; 127(8): 1898-904.

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